CBD

Ging es um Hanf und Cannabis, war lange Zeit Tetrahydrocannabinol (THC) das bestimmende Thema. Immer öfters hört man nun auch von Cannabidiol (CBD) – doch was verbirgt sich eigentlich hinter den trendigen drei Buchstaben? Warum gibt es CBD-Produkte wie Kapseln, Öle und Tropfen? Und ist das in Österreich und Deutschland legal?
Die wichtigsten Antworten und alles Wissenswerte rund um den begehrten Cannabis-Wirkstoff in der Übersicht.

Was ist CBD?

Cannabidiol (CBD) ist ein natürlicher Cannabis-Wirkstoff – ein sogenanntes Cannabinoid. Er wird aus dem weiblichen Hanf der Sorte Cannabis sativa oder Cannabis indica gewonnen und ist nach dem Tetrahydrocannabinol (THC) der Hanf-Wirkstoff mit der zweithöchsten Konzentration. Männliche Hanfpflanzen weisen keine relevanten Mengen an CBD auf. Wie alle anderen Cannabinoide liegt Cannabidiol in der Hanfpflanze überwiegend als Säure vor und wird als inaktiver Inhaltsstoff angesehen.

Nachdem Hanf auf eine Jahrtausende alte Nutzungs-Historie zurückblicken kann, wurde CBD erstmalig 1940 in den USA entdeckt und extrahiert. Erst ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Cannabinoid separiert untersucht und auf sein medizinisches Potential hin erforscht. Bis heute steht es deutlich im Schatten des Tetrahydrocannabinols, welches sich breiter Erforschung erfreut.

CBD Cannabidiol chemische Struktur
CBD – Cannabidiol chemische Struktur, Quelle: bigstockphoto.com – Stockfoto-ID: 213644830, Copyright: cendeced

Sind Cannabis und Cannabidiol dasselbe?

Da Cannabidiol aus der Hanf-Pflanze gewonnen wird, wird es umgangssprachlich auch oft als Cannabis bezeichnet. Strenggenommen ist es jedoch ein Cannabis-Wirkstoff, der aus der Hanf-Pflanze gewonnen wird. Es einfach als Cannabis zu bezeichnen, wird ihm deshalb nicht gerecht. Vielmehr ist es notwendig, zwischen Hanf, Cannabis, THC und CBD zu unterscheiden, da hier zum Teil große Unterschiede vorliegen können. Zum Beispiel bei der juristischen Bewertung.

Ist CBD legal?

Aufgrund seiner fast gänzlich fehlenden psychoaktiven Wirkung ist Cannabidiol in vielen EU-Staaten anders als andere Cannabinoide (wie bspw. THC) legal erhältlich – so auch in Österreich und Deutschland. Auch die Vereinten Nationen führen es nicht in der Liste für Drogen- und Verbrechensbekämpfung – im Gegensatz zu Tetrahydrocannabinol.

Cannabidiol hat eine Zulassung für Kosmetikprodukte – wird jedoch häufig auch als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet, oftmals mit besonderem Fokus auf die Verwendung in elektronischen Zigaretten als E-Liquid. Gemäß einer Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates gilt es seit 1997 auch als »neuartiges Lebensmittel« und darf nur in Verkehr gebracht werden, wenn eine EU-weite Zulassung vorliegt.

In den meisten EU-Ländern, wie auch Österreich, ist Cannabidiol deswegen legal und ohne Rezept erhältlich – jedoch erst ab einem Alter von 18 Jahren. CBD-Produkte werden in dem Moment illegal, in dem Sie einen THC-Anteil von 0,2% übersteigen.

Es kann auch legal als Arzneimittel von einem Arzt verschrieben werden. Dann ist es möglich, es via Rezept über die Apotheke zu beziehen. Die meisten Krankenkassen erstatten diese Kosten jedoch nicht, da es sich um ein sogenanntes Rezepturarzneimittel handelt.

Welche Wirkung hat Cannabidiol?

Werden entsprechende Produkte innerlich angewendet, gelangt der cannabinoide Wirkstoff in das Gehirn, um dort seine Wirkung auf das Nervensystem zu entfalten. CBD wirkt entgegengesetzt zum prominenten THC: blockend und hemmend. So wirkt es statt berauschend und hungeranregend, appetitzügelnd, beruhigend und Herzfrequenz vermindernd.

  • appetitzügelnd
  • beruhigend
  • Herzfrequenz senkend

CBD entspannende Wirkung
CBD hat eine entspannende Wirkung, Quelle: bigstockphoto.com – Stockfoto-ID: 199740061, Copyright: fizkes

Es stimuliert körpereigene Rezeptoren im Gehirn, ohne Rauschzustände auszulösen. Zudem kann es gewissermaßen auch als natürlicher Gegenspieler von Tetrahydrocannabinol angesehen werden, da es dessen Auswirkungen dämpfen und regulieren kann und gegen manche THC-Nebenwirkung natürlich angeht. Weiter hemmt es die Aufnahme von THC, mindert also dessen Einfluss direkt. Aus diesem Grund verringern Züchtungen von »Rauschmittel-Hanf« auch gezielt den CBD-Anteil.

Medizinisch betrachtet, hat es entkrampfende Auswirkungen und kann sowohl entzündungshemmend, als auch angstlösend und gegen Übelkeit wirken.

Pharmakologisch betrachtet, ist es CBD möglich, an verschiedene Rezeptorsysteme anzusetzen (THC an lediglich zwei), weshalb es als effektiv und gut verträglich gilt. Aus diesem Grund kann es auch als sehr sichere Komponente der Hanfpflanze angesehen werden.

Wie wird der Wirkstoff gewonnen?

Aufgrund des niedrigen THC-Gehalts wird der Wirkstoff vor allem aus Nutzhanf gewonnen. Die CBD-Inhaltstoffe der weiblichen Hanf-Pflanze werden von den anderen Cannabinoiden getrennt. Die gängigste Form der Gewinnung ist die Extraktion mit hochprozentigem Alkohol. Aber auch unter Verwendung von Butan als auch durch gezielte (industrielle) Erhitzung, lässt sich die Cannabidiol-Carbonsäure in das gängige CBD decarboxylieren. Als besonders hochwertig gilt die CO2-Extraktion.

Extrahiert man den Wirkstoff durch die Verwendung von Alkohol, ist die Destillation im Nachgang ein gängiges Verfahren, um den CBD-Gehalt im Extrakt zu erhöhen.

CBD Gewinnung
CBD wird auf verschiedene Arten gewonnen, Quelle: bigstockphoto.com – Stockfoto-ID: 197917822, Copyright: Eskymaks

Macht CBD high?

Nein, da es –anders als THC– keine psychoaktive Wirkung besitzt, macht es im klassischen Sinn auch nicht »high« – versetzt also nicht in einen Rauschzustand. Seine entspannende Wirkung kann subjektiv jedoch als »high sein« angesehen werden.
Andere gängige Wirkungen des Cannabis-Rausches, wie Hunger oder eventuelle Paranoia, werden nicht von Cannabidiol erzeugt.
Die Einnahme von bspw. CBD-Öl verändert deswegen also nicht die Wahrnehmung und hat allen Informationen zufolge auch keinen direkten Einfluss auf das Verhalten eines Konsumenten, auch wenn es das menschliche Nervensystem beeinflusst. Psychisch spürbare Veränderungen bleiben ergo aus.

Gibt es Nebenwirkungen?

Im Gegensatz zu THC besitzt CBD keinerlei berauschende Wirkung und ist deswegen auch nicht mit den klassischen Nebenwirkungen des Cannabis-Rausches in Verbindung zu bringen. Generell gilt Cannabidiol als nebenwirkungsarmes Cannabinoid – einige Langzeitstudien werden dies jedoch erst in Zukunft zweifelsfrei bestätigen können. Schwangere und Stillende sollten jedoch sicherheitshalber von der Einnahme absehen. Negative Erfahrungen mit Cannabidiol sind bisher jedoch fast nicht bekannt. Gelegentlich wird bei Medikamenten, welche CBD oder andere Cannabinoide enthalten, von Müdig- und Übelkeit berichtet, sowie Schwindel.

Der parallele Genuss von Alkohol kann eine verstärkende Wirkung besitzen, weswegen beim Konsum auf mögliche Wechselwirkung mit anderen Wirkstoffen (wie bspw. Medikamente) geachtet werden sollte.

Wann wird Cannabidiol angewendet?

Cannabidiol ist vor allem für die Selbstmedikation gebräuchlich, da es wahrscheinlich anti-entzündlich, anti-epileptisch und anti-schizophren wirken kann, ohne dabei dämpfende Nebenwirkungen zu entfalten.

Deswegen ist der Einsatz bei erhöhtem Stress oder Burn-Out oder bei Schlafstörungen gebräuchlich. Aber auch Angststörungen und Psychosen können den Erfahrungen Einzelner zufolge wirksam angegangen werden – dies wird zurzeit jedoch erst anfänglich erforscht. Generell unterstützt CBD auch die Milderung von Entzündungen und entzündungsbedingten Schmerzen. Es kann zudem helfen, Abhängigkeiten von Nikotin, Alkohol, THC, Opiaten sowie von Schlafmitteln zu bekämpfen.
Besonders in der Behandlung von Epilepsien scheint das Cannabinoid auch Stärken zu besitzen.

  • Stress
  • Burn Out
  • Schlafstörungen
  • Angstzustände

CBD bei Schlafstoerungen
CBD wird bei Schlafstoerungen angewandt, Quelle: bigstockphoto.com – Stockfoto-ID: 160270523, Copyright: Wordley Calvo Stock

So wird es konsumiert

CBD kann über verschiedene Wege eingenommen werden: über die Atemwege, über die Schleimhäute, über den Verdauungsapparat oder über die Haut. Dementsprechend gibt es mehrere Formen des Konsums, vom CBD-E-Liquid über CBD-Kapseln bis hin zu Cannabidiol-Salben. Besonders als Hanf-Öl bzw. CBD-Öl oder CBD-Paste erfreut es sich auch wachsender Beliebtheit. Oftmals wird dieses unter die Zunge gegeben und dort für mindestens eine Minute behalten. Durch die Mund-Schleimhäute wird der Wirkstoff auf diese Art und Weise resorbiert und in das Gehirn geleitet, wo er andocken und wirken kann. Dies geschieht nachweislich schneller, als bei der Aufnahme durch die Magenschleimhaut. Die Wirkung tritt auf diese Weise schon nach wenigen Momenten ein – über den Verdauungstrakt jedoch erst nach 15-30 Minuten. Auch der Inhalt des Magens kann einen Einfluss auf die Aufnahme-Geschwindigkeit besitzen.

Ähnlich schnell wie die Aufnahme über die Mundschleimhäute wirkt die Resorption durch die Lunge. Dabei kann man sowohl auf spezielle Flüssigkeiten (E-Liquids) zurückgreifen, als auch auf Hanf aus legalem Anbau. Sogenanntes »Legales Gras«, welches einen hohen Anteil Cannabidiol besitzt, aber kaum THC, liegt oftmals im gleichen Preissegment wie illegales THC-Hanf.

Sollte CBD zur Eigenmedikation verwendet werden, variiert die Empfehlung zwischen einer Dosierung von 150 bis 800mg am Tag. Niedrigere Dosierung ist bei nicht-medizinisch bedingtem Einsatz auf alle Fälle ratsam. Es gilt hier jedoch am besten im Vorfeld individuelle Erkundigungen, bspw. bei Arzt oder Apotheke, einzuholen.

Kann man CBD überdosieren?

Die Dosierung sollte, sofern sie eigenmächtig vorgenommen wird und nicht näher durch einen Arzt verordnet wurde, in verhältnismäßig geringen Dosen vorgenommen werden und dann langsam gesteigert werden. Dies deckt sich auch mit den meisten Krankheitsbildern, welche mit Cannabidiol behandelt werden. Lediglich die Epilepsie-Behandlung setzt mit einer hohen Dosierung ein.

Ein »zu viel« an Cannabidiol kann strenggenommen erreicht werden, jedoch sind bisher keine klassischen Überdosierungs-Effekte, sprich negative Nebenwirkungen, bekannt. Selten trat bei Einzelnen Müdigkeit auf, welche jedoch nicht als klassische Erscheinungen einer Überdosis angesehen werden kann.

In welcher Form ist der Wirkstoff erhältlich?

  • Verbreitete Formen des Cannabinoids sind:
  • CBD-ÖL
  • CBD-Kapseln
  • Kosmetikprodukte (wie bspw. Salben)
  • Esswaren und Lebensmittel
  • E-Liquids

Gerade aber Kapseln (oftmals auch unter dem Begriff »Tabletten« geläufig) können dabei verschiedene Formen des Inhaltsstoffs aufweisen: sowohl getrocknetes und gepresstes Hanfsaft-Pulver, als auch Hanföl-Kapseln. Hanföl besteht jedoch häufig auch aus dem gepressten Samen der Hanfpflanze – und muss deswegen keinen hohen CBD-Gehalt aufweisen. Eine orale Aufnahme ist zudem auch über Lebensmittel wie Kaugummis oder Kristalle möglich.

CBD Kapseln
CBD Kapseln – Wirkstoff wird über Magenschleimhaut aufgenommen, Quelle: bigstockphoto.com – Stockfoto-ID: 207765556, Copyright: MSPhotographic

Welche Inhaltstoffe hat Haschisch, Marihuana oder Gras?

Hanf, welcher zu Rauschzwecken gezüchtet wird, weist häufig einen deutlich erhöhten THC-Gehalt auf. Da lediglich THC psychoaktiv wirkt, wird beim gezielten Anbau von Rauschmittel-Grundstoff, auf THC-starke Sorten zurückgegriffen und der CBD-Anteil selten beachtet. Dies führte dazu, dass das Verhältnis von THC und CBD in Haschisch und Marihuana häufig sehr einseitig verschoben wurde. Im Zuge des Hypes um das Cannabidiol –auch einhergehend mit dessen weiterer Erforschung– rückt der Wirkstoff Anteil im angebauten Hanf (und ergo dessen Blüten bzw. Harz) wieder mehr in das Blickfeld.

Generell lässt sich festhalten, dass Marihuana oftmals kaum CBD enthält, traditionelles Haschisch häufig jedoch vergleichsweise einen höheren Anteil an Cannabidiol aufweist.

Sozialministerium: Mehr Infos zu CBD

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